Mahāvagga

MV.VI.34-40

 Zu jener Zeit wohnte der Hausherr Mendaka in der Stadt Bhad­diya. Der hatte derartige übernatürliche Macht: Nachdem er sich den Kopf gewaschen hatte, das Getreidehaus hatte aus­fegen las­sen, setzte er sich draußen nie­der, und vom Himmel fielen Ströme von Ge­treide und füllten das Getreide­haus. (Seine) Frau hatte derartige übernatürliche Macht: (Sie) setzte sich zu einem Gefäß, von einem ālhaka Inhalt mit nur einer Speise (ge­füllt). Sie versorgte Diener und Knechte mit Speise (davon) und nicht wurde sie alle, bis sie auf­stand. (Sein) Sohn hatte derartige übernatürliche Macht: Nachdem er nur ei­nen Beutel mit 1000 (Goldstücken) genommen hatte, gab er den Dienern und Knechten für sechs Monate Gehalt, und nicht war er leer, solange er ihn in der Hand hatte. (1)

 

 (Seine) Schwiegertochter hatte derartige übernatürliche Macht: Sie setzte sich zu einem Korb von vier dona (Inhalt). Sie versorgte sechs Monate Diener und Knechte mit Speise (davon), und nicht wurde er alle, bis sie ­auf­stand. (Sein) Diener hatte derartige übernatürliche Macht: mit nur einem Pflug machte er sieben Furchen. (2)

 

 Da hörte der König von Magadha, Seniya Bimbisāra: "In unserem König­reich, so sagt man, wohnt der Hausherr Mendaka, in der Stadt Bhaddiya, der hat derartige übernatürliche Macht: .... (Sei­ne) Frau hat derartige übernatür­liche Macht: ...  (Sein) Sohn hat der­artige übernatürliche Macht: ... (Seine) Schwieger­tochter hat derartige über­natürliche Macht: .... (Sein) Die­ner hat derartige übernatür­liche Macht: mit nur einem Pflug macht er sieben Fur­chen." (3,4)

 

 Da sprach der König von Magadha, Seniya Bimbisāra einen kö­niglichen Mini­ster, der für alles zuständig war, an: "In unse­rem Königreich, Freund, so sagt man, wohnt der Hausherr Menda­ka, in der Stadt Bhaddiya, der hat der­artige übernatürliche Macht: .... (Sei­ne) Frau hat derartige übernatür­liche Macht: ...  (Sein) Sohn hat der­artige übernatürliche Macht: ... (Seine) Schwieger­tochter hat derartige über­natürliche Macht: .... (Sein) Die­ner hat derartige übernatür­liche Macht: mit nur einem Pflug macht er sieben Fur­chen. Gehe Freund, und erkun­de (es). Wie wenn ich es selber gesehen hätte, ist es, wenn du es siehst." - "So sei es, Herr." Nachdem jener Großmini­ster dies dem König von Magadha, Seniya Bimbi­sāra geant­wortet hatte, brach er mit dem viergliedrigen Heer nach Bhaddiya auf. (5)

 

 Allmählich kam er nach Bhaddiya und zum Hausherrn Mendaka. Dort sagte er dem Haus­herrn Mendaka folgendes: "Mir wurde, Hausherr Mendaka, fol­gendes befoh­len: In unse­rem Königreich, Freund, so sagt man, wohnt der Hausherr Menda­ka, in der Stadt Bhaddiya, der hat der­artige übernatürliche Macht: .... Gehe Freund, und erkunde (es). Wie wenn ich es selber gese­hen hätte, ist es, wenn du es siehst. Laß uns, Hausherr, jene übernatürliche Macht se­hen." Da setzte sich der Hausherr Mendaka, nach­dem er sich den Kopf ge­waschen hatte, das Getreide­haus hatte ausfe­gen las­sen, draußen nieder, und vom Himmel fielen Ströme von Getreide und füllten das Getreidehaus. "Dei­ne übernatürli­che Macht, Hausherr, wurde gesehen, laß uns die übernatürliche Macht dei­ner Frau sehen." (6)

 

 Da sprach der Hausherr Mendaka seine Frau an: "Versorge dieses vier­gliedrige Heer mit Speise." Dann setzte sich die Frau des Hausherrn Men­daka zu ei­nem Gefäß, von ei­nem ālhaka Inhalt mit nur einer Speise (ge­füllt). Sie versorgte das viergliedrige Heer mit Speise (davon), und nicht wurde es al­le, bis sie aufstand. "Auch die übernatürliche Macht deiner Frau, Hausherr, wurde gese­hen, laß uns die übernatürliche Macht deines Sohnes sehen." (7)

 

 Dann sprach der Hausherr Mendaka seinen Sohn an: Gib, Sohn, diesem vier­gliedrigen Heer für sechs Monate Gehalt. Dann hat der Sohn des Hausherrn Mendaka, nachdem er nur ei­nen Beutel mit 1000 (Goldstücken) genommen hatte, dem vier­gliedrigen Heer für sechs Monate Gehalt gegeben, und nicht war er leer, solange er ihn in der Hand hatte. "Auch die über­natürliche Macht deines Sohnes, Hausherr, wurde gesehen, laß uns die übernatürliche Macht deiner Schwiegertochter sehen." (8)

 

 Dann sprach der Hausherr Mendaka die Schwiegertochter an: "Gib diesem vier­gliedrigen Heer für sechs Monate Speise. Da setzte sich die Schwieger­toch­ter des Hausherrn Mendaka zu einem Korb von vier dona (Inhalt). Sie ver­sorgte sechs Monate das vier­gliedrige Heer mit Speise (da­von), und nicht wurde er alle, bis sie auf­stand. "Auch die übernatür­liche Macht deiner Schwiegertoch­ter, Hausherr, wurde gesehen, laß uns die übernatürli­che Macht dei­nes Die­ners sehen." - "Meines Dieners übernatürliche Macht, Herr, soll man auf dem Feld sehen." - "Es reicht, Hausherr, auch deines Die­ners übernatürliche Macht wurde gesehen." Dann ist der Großminister mit dem viergliedrigen Heer wieder nach Rājagaha zurückgegangen. Dort ging er zum König von Magadha, Se­niya Bimbisāra. Dort hat er dem König von Magadha, Seniya Bimbisāra den Sach­verhalt erzählt. (9)

 

 Nachdem der Erhabene in Vesāli, solange es ihm beliebte, ge­weilt hatte, brach er zu einer Reise nach Bhaddiya auf mit einer großen Mönchssangha, mit 1250 Mönchen. Da kam der Erha­bene, nach und nach reisend in Bhad­diya an. Dort in Bhad­diya weilte der Erhabe­ne im Jātiyāhain. (10)

 

 Da hörte der Hausherr Mendaka: Der Asket, der Freund Gotama, der Sa­kyasohn, der von dem Sakiyastamm in die Hauslosigkeit ging, ist in Bhad­diya angekom­men und weilt in Bhaddiya im Jātiyāhain. Diesen erhabenen Gotama aber begrüßt man überall mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: "Das ist der Erhabe­ne, der Heilige, vollkommen Erachte, der in Wissen und Wan­del vollkommene, der Willkommene, der Kenner der Welt, der unver­gleichli­che Leiter der Men­schen, der Herr der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Er zeigt diese Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heili­gen Geistern, mit ihrer Schar von Büßern und Priestern, Göttern und Men­schen, nachdem er sie selbst ver­standen und durchdrungen hat. Er ver­kündet die Lehre, die am Anfang gute, in der Mitte gute, am Ende gute, die sinn- und wortgetreue. Er legt das vollkom­men geläuter­te, geklärte Aske­tentum dar. Glücklich, wer das nun solch Heilige sehen kann." (11)

 

 Dann ließ der Hausherr Mendaka sehr schöne Wa­gen bereitstel­len. Nachdem er in einen schönen Wagen gestiegen war, fuhr er mit dem sehr schönen Wagen aus Bhaddiya heraus, um den Erhabe­nen zu sehen. Viele Andersgläu­bige sahen den Hausherrn Mendaka aus der Ferne herankommen. Dies gese­hen sagten sie dem Haus­herrn Mendaka folgendes: "Wohin, Hausherr gehst du?" - "Ich gehe, Vereh­rungswürdige, den Erhabenen, den Asketen Gotama zu sehen." - "Warum gehst du, Hausherr, der die Ansicht von der Tat hat, den Asketen der Nichttat, Gotama, zu sehen? Der Asket der Nichttat nämlich, Hausherr, lehrt die Lehre von der Nichttat, darin übt er seine Schüler." (12)

 

 Da kam dem Hausherrn Mendaka folgender Gedanke: Ohne Zweifel ist dies der Erhabene, Heilige, vollkommen Erwachte, weil die­se Andersgläubigen nei­disch sind. Soweit der Bo­den für den Wa­gen befahrbar war, fuhr er. Stieg vom Wagen aus und ging zu Fuß zum Erhabenen. Dort, nachdem er den Erhabenen verehrt hat­te, setzte er sich beiseite nieder. Beiseite sitzend gab der Erhabene dem Hausherrn Mendaka eine einführende Rede in fol­gen­der Weise: Er sprach über das Geben, die Sittlichkeit, den Himmel, das Elend, die Nich­tigkeit und die Verderbtheit der Sinnesgenüs­se, die Vor­teile des Verzichtes. Als der Erhabene wußte, daß der Kaufmann und Hausherr in der Gemütsverfassung zu­gänglich, sanft, unvoreinge­nom­men, froh, hell war, da hat er dies ver­kündigt, die zusammengefaß­te Lehre der Buddhas, nämlich vom Leid, seiner Entstehung, seiner Überwin­dung, den Weg dazu.  Genauso, wie ein sauberer fleckenloser Stoff gut Farbe annehmen würde, so ging dem  Haus­herrn Mendaka dort auf dem Sitz das reine klare Auge der Wahrheit auf: Wenn irgend etwas als seine Eigen­schaft das Entstehen hat, alles das hat als eine Eigenschaft das Vergehen. "Sehr, sehr gut, Vereh­rungswürdiger, wie wenn (man) etwas Umge­drehtes rich­tig hin­stellen würde oder etwas Verdecktes aufdecken würde oder einem Verirrten den Weg zeigen würde, oder wie wenn man in der Dun­kelheit eine Öllampe hinhal­ten würde, damit, wer Augen hat, die Gestalten sieht, genauso hat der Erhabe­ne auf verschie­dene Weise die Lehre ver­kündet. Ich, Erhabener, nehme meine Zu­flucht zum Erhabenen, zur Lehre als auch zum Mönchs­sangha. Der Erhabene möge mich als Lai­enan­hän­ger an­nehmen, der von heute an für das ganze Leben sei­ne Zu­flucht genommen hat. Annehmen möge der Erhabene das Essen für morgen zusammen mit dem Mönch­ssangha." Durch Schweigen nahm der Erhabene an. (13)

 

 Nachdem der Hausherr Mendaka wußte, daß der Erhabene ange­nom­men hat­te, stand er vom Sitz auf, verehrte den Erhabenen, umrundete ihn rechts und ging fort. Dann hat jener Hausherr Mendaka, nachdem die Nacht ver­gangen war, nachdem (er) vorzüg­li­che fe­ste und weiche Speise hatte vorbereiten lassen, dem Erhabenen die Zeit ankündi­gen lassen: Zeit ist es, Ver­ehrungswürdiger, das Essen ist bereitet. Dann ist der Erhabene, nachdem er am Morgen aufgestanden war, Robe und Almo­senschale genommen hatte, zu dem Anwesen jenes Hausherrn Mendaka gegangen. Dort setzte er sich auf den vor­bereiteten Sitz nieder zusammen mit dem Mönchssan­gha. (14)

 

 Da gingen die Frau, der Sohn, die Schwiegertochter und der Diener des Hausherrn Men­daka zum Erhabenen. Dort, nachdem sie den Erhabenen ver­ehrt hatten, setzten sie sich bei­sei­te nieder. Beiseite sit­zend gab der Erha­bene dem Hausherrn Mendaka, seiner Frau, sei­nem Sohn und seinem Diener eine einführende Rede in fol­gen­der Weise: Er sprach über das Geben, die Sitt­lichkeit, den Himmel, das Elend, die Nich­tigkeit und die Verderbtheit der Sinnesgenüsse, die Vor­teile des Verzichtes. Als der Erhabene wußte, daß diese in der Gemütsverfassung zugänglich, sanft, unvor­einge­nom­men, froh, hell waren, da hat er dies verkündigt, nämlich die zusammengefaßte Lehre der Buddhas, nämlich vom Leid, seiner Entstehung, seiner Überwindung, den Weg dazu.  Genauso, wie ein sauberer, fleckenloser Stoff gut Farbe anneh­men würde, so ging ihnen dort auf dem Sitz das reine, klare Auge der Wahrheit auf: Wenn irgend etwas als seine Eigen­schaft das Entstehen hat, alles das hat als eine Eigenschaft das Ver­gehen. Dann sagten diese, nachdem sie die Wahrheit gese­hen, die Wahr­heit erlangt, die Wahrheit ver­standen, die Wahrheit durch­drungen, den Zwei­fel überwun­den, die Unge­wißheit beseitigt, die vollkom­mene Zuversicht aus ei­gener Kraft in der Lehre erlangt hatten, folgendes: "Sehr, sehr gut, Verehrungs­würdiger, wie wenn (man) etwas Umge­drehtes rich­tig hinstel­len wür­de oder etwas Verdecktes aufdecken würde oder einem Verirrten den Weg zeigen würde, oder wie wenn man in der Dunkelheit eine Öllam­pe hin­hal­ten würde, damit, wer Augen hat, die Gestalten sieht, genauso hat der Erhabe­ne auf verschiedene Weise die Lehre ver­kündet. ­Wir, Erhabener, nehmen unsere Zu­flucht zum Erhabenen, zur Lehre als auch zum Mönch­ssangha. Der Erhabene möge uns als Lai­enan­hän­ger an­nehmen, die von heute an für das ganze Leben ihre Zu­flucht genommen ha­ben." (15)

 

 Nachdem der Hausherr Mendaka eigenhändig den Mönchssangha mit dem Erwachten an der Spitze versorgt hatte, zufriedenge­stellt hatte, der Erha­bene gegessen hatte und die Hand von der Almo­senschale zurückgezogen hatte, setzte er sich beiseite nieder. Beiseite sitzend sagte der Hausherr Mendaka dem Erhabenen fol­gendes: "Solange der Erhabene, Vereh­rungswür­di­ger, in Bhaddiya verweilt, solange gebe ich dem Mönchssangha mit dem Er­wachten an der Spitze regelmäßig Essen." Da hat der Erhabene den Haus­herrn Mendaka durch ein Lehrge­spräch veran­laßt zu verstehen, aufzu­neh­men, davon motiviert zu sein, sich daran zu erfreuen, stand vom Sitz auf und ging fort. (16)

 

 Dann, nachdem der Erhabene in Bhaddiya, solange es ihm gefiel, geweilt hatte, brach er ohne den Hausherrn Mendaka zu infor­mie­ren, zu einer Reise nach Anguttarāpa auf mit einem großen Mönchssangha mit 1250 Mönchen. Es hörte der Hausherr Mendaka: Der Erha­bene, so sagt man, ist zu einer Reise nach Angutta­rāpa aufgebrochen mit einem gro­ßen Mönchssangha mit 1250 Mönchen. Da beauf­tragte der Hausherr seine Diener und Ge­hilfen: "Also kommt, Freunde, nachdem ihr viel Salz, Öl, Reis und Speise auf Wagen ge­laden habt. Nachdem 1250 Kuhhirten 1250 Kühe genommen haben, sollen sie mitkom­men. Wo wir den Erhabenen sehen werden, dort werden wir ihn fri­sche Milch trinken lassen." (17)

 

 Dann erreichte der Hausherr Mendaka den Erhabenen unterwegs in einer Wüste­nei. Da ging der Hausherr Mendaka zum Erhabe­nen. Dort, nachdem er den Erhabe­nen verehrt hatte, stand er beisei­te. Beiseite stehend sagte der Hausherr Mendaka dem Er­habenen fol­gendes: "Annehmen, Verehrungswürdi­ger, möge der Erhabene morgen das Essen bei mir zusammen mit dem Mönchssan­gha." Der Erhabe­ne nahm durch Schweigen an. Als der Haus­herr Men­daka wußte, daß der Erhabene angenommen hatte, ging er fort, nachdem er ihn ver­ehrt hatte und ihn rechts umrundet hatte. Dann hat der Hausherr Mendaka, als jene Nacht vergangen war feste und weiche Speise vorbereiten lassen und ließ den Erha­benen die Zeit ankündigen: Zeit ist es, Vereh­rungswürdiger, das Essen ist bereit. (18)

 

 Dann hat der Erhabene am Morgen sich angezogen, die Almosen­schale und die Robe genommen und ging zur Essenverteilung des Haus­herrn Mendaka. Dort setzte er sich auf die vorbereiteten Sitze zusammen mit dem Mönchs­sangha. Dann befahl der Hausherr Mendaka den 1250 Rinderhirten: Geht nun, Freun­de, nachdem jeder eine Kuh genommen hat, zu einem Mönch hin: Laßt uns den Mönchen frische Milch zu trinken geben. Dann hat der Hausherr Men­daka den Mönchssangha mit dem Er­wachten an der Spitze eigenhändig mit fester und weicher Speise bedient und versorgt, auch mit frischer Milch. Die Mönche, die zweifelten, nahmen die Milch nicht an. "Nehmt an, ihr Mön­che, trinkt sie." (19)

 

 Nachdem er den Mönchssangha mit dem Erwachten an der Spitze eigenhän­dig mit fester und wei­cher Speise bedient und ver­sorgt hatte, auch mit fri­scher Milch, nachdem der Erhabene gegessen hatte, die Hand von der Almosen­schale zurückge­zo­gen hatte, setzte der Hausherr Mendaka sich beiseite nieder. Beiseite sitzend sagte der Hausherr Mendaka dem Erha­benen fol­gendes: "Es gibt Wege, Verehrungswürdi­ger, in der Wüste, ohne Wasser, ohne Speise, schlecht zu gehen ohne Provi­ant. Gut wäre es, Verehrungs­würdiger, wenn der Erhabene den Mönchen Proviant erlauben würde." Dann hat der Erha­bene den Hausherrn Mendaka durch ein Lehrgespräch veran­laßt zu ver­stehen, aufzu­nehmen, davon moti­viert zu sein, sich daran zu erfreuen, stand vom Sitz auf und ging fort. (20)

 

 Nachdem der Erhabene in diesem Zusammenhang eine Lehrrede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: "Ich erlaube, ihr Mönche, fünf Produkte der Kuh: Milch, Dickmilch, But­termilch, Butter, Butterschmalz. Es gibt, ihr Mönche, Wege in der Wüste, ohne Wasser, ohne Speise, schlecht zu gehen ohne Provi­ant. Ich erlaube, ihr Mönche, sich nach Proviant umzusehen:

Es gibt, ihr Mönche, Menschen mit Vertrauen und Zuversicht. Jene geben den Erlaubtma­chern Gold in die Hand, (denkend): Dadurch wird den Herren, was erlaubt ist, gegeben. Ich erlaube, ihr Mönche, wenn es geeignet ist, es zu genießen. Nicht aber, ihr Mönche, sage ich, daß man in irgendeiner Wei­se mit Gold und Silber einverstanden sein oder es suchen soll." (21)  //34//

 

 Dann reiste der Erhabene nach und nach wandernd nach Āpana und kam dort an. Es hörte der Flechtenasket Keniya: Der Asket, der Freund Gotama, der Sakya­sohn, der von dem Sakiyastamm in die Hauslo­sigkeit ging, ist in Āpana ange­kommen. Diesen erhabenen Gotama aber begrüßt man überall mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: "Das ist der Erhabe­ne, der Heilige, vollkommen Erwachte, der in Wissen und Wan­del vollkommene, der Willkommene, der Kenner der Welt, der unver­gleichli­che Leiter der Men­schen, der Herr der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Er zeigt diese Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heili­gen Geistern, mit ihrer Schar von Büßern und Priestern, Göttern und Men­schen, nachdem er sie selbst ver­standen und durchdrungen hat. Er verkündet die Lehre, die am Anfang gute, in der Mitte gute, am Ende gute, die sinn- und wortgetreue, er legt das vollkommen geläuter­te, geklärte Asketen­tum dar. Glücklich, wer da nun solche Heilige sehen kann. Da kam dem Flechten­asketen Keniya folgen­der Gedanke: Was lasse ich dem Asketen Gotama mitbrin­gen? (1)

 

 Da kam dem Flechtenasketen Keniya folgender Gedanke: Auch die, die den jetzigen Brahmanen vorangingen, die Seher, die Sprüche (Mantras) aufsag­ten, die Bewahrer der Sprüche, nämlich: Attahaka, Vāmaka, Vāmadeva, Vessāmitta, Yamataggi, Añgirasa, Bhāradvāja, Vāsettha, Kassapa, Bhagu, de­nen die jetzi­gen Brahmanen die alten Sprüche, die Lieder, das Gesagte, das Bewahrte nachrezi­tieren, nachsagen, das Gesproche­ne nach­spre­chen, das Erzählte nach­erzählen, enthielten sich des Essens nachts, waren frei vom Essen zur Unzeit, aber sie genossen Getränke. (2)

 

 Auch der Asket Gotama enthält sich des Essens nachts, ist frei vom Essen zur Unzeit, aber er genießt Getränke. Angemes­sen ist es, vom Asketen Gota­ma derartige Getränke zu genießen. Nachdem er viele Getränke vor­bereiten ließ, in (Behälter) an einen Tragstock füllen ließ, ging er zum Erhabenen. Dort wech­selte er freundliche Worte mit dem Erhabe­nen. Nachdem er Grüße und freundliche Worte gewechselt hatte, stand er beiseite. Beiseite stehend sagte der Flechtenasket Keniya dem Erhabenen folgendes: "Annehmen möge der ehr­würdige Gotama die Getränke." - "Dieses, Keniya, gib den Mönchen." Die Mönche, die zweifelten, nahmen es nicht an. "Nehmt es an, ihr Mönche, nehmt es zu euch." (3)

 

 Dann, nachdem der Flechtenasket Keniya den Mönchssangha mit dem Er­wachten an der Spitze eigenhändig mit vielen Getränken bedient und ver­sorgt hatte, als der Erhabene die Hände gewa­schen hatte und von der Al­mosenschale zurückgezo­gen hatte, setzte er sich beiseite nieder. Den beisei­te sitzenden Flechtenasketen Keniya hat der Erhabene durch ein Lehrge­spräch veran­laßt zu verstehen, aufzu­nehmen, davon motiviert zu sein, sich daran zu erfreuen. Dann hat der Flechtenasket Ke­niya durch die Lehrrede des Erhabenen ver­standen, aufgenom­men, war motiviert, erfreut und sagte dem Erhabenen folgendes: "Annehmen möge der Herr Gotama für morgen das Essen zusammen mit dem Mönch­ssangha" (4)

 

 "Groß, Keniya, ist der Mönchssangha, 1250 Mönche, auch bist du einer, der den Brahma­nen vertraut." Zum zweiten Male sagte der Flechtenasket Keniya dem Erhabenen folgen­des: "Sei's drum, Freund Gotama, groß ist der Mönchs­sangha, 1250 Mönche, auch bin ich einer, der den Brahmanen vertraut, an­nehmen möge der Herr Gotama für morgen das Es­sen zusammen mit dem Mönchssan­gha." Zum dritten Male sagte der Flechtenasket Keniya dem Erhabenen folgen­des .... Der Erhabene nahm durch Schweigen an. Dann ist der Flech­tenasket Keniya aufgestan­den und fort­gegangen, nachdem er wußte, daß der Erhabene angenommen hatte und er den Erhabenen verehrt hatte. (5)

 

 Nachdem der Erhabene aus diesem Anlaß eine Lehrrede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: "Ich erlaube, ihr Mönche, 8 Getränke: Mangosaft, Rosen­apfelsaft, Plantainba­nanensaft, Ba­nanensaft, Honig(wasser), Trauben­saft, Lotoswurzelsaft, Phārusakasaft (?). Ich erlaube, ihr Mönche, alle Fruchtsäfte, mit Ausnahme von Getreidesaft. Ich erlaube, ihr Mönche, alle Blättersäfte (Tee) ausgenommen Gemüsesäfte. Ich erlaube, ihr Mönche, alle Blütensäfte mit Ausnahme von denen, die zur Her­stellung von Alkohol be­nutzt werden. Ich erlaube, ihr Mönche, Zuckerrohrsaft." (6)

 

 Dann ließ der Flechtenasket Keniya, als jene Nacht vergangen war, nach­dem er in seiner Einsiedelei vor­zügliche feste und weiche Speisen hatte vorberei­ten lassen, dem Erhabenen die Zeit ankündigen: Zeit ist es Freund Gotama, das Essen ist be­reitet. Dann hat der Erha­bene am Morgen sich angezogen, die Almosen­schale und die Robe genommen und ging zur Ein­siedelei des Flechten­asketen Keniya. Dort setzte er sich auf die vor­bereite­ten Sitze zusammen mit dem Mönchssangha. Dann hat der Flechtenasket Ke­niya den Mönchssangha mit dem Erwachten an der Spitze eigenhändig mit vorzügli­cher fester und weicher Speise bedient und versorgt. Er setzte sich beiseite nieder, nachdem der Erhabene gegessen hatte und die Hand von der Almosen­scha­le zurückgezogen hatte. (7)

 

 Den beiseite sitzenden Flechtenasketen Keniya erfreute der Erhabene mit diesem Vers:

 

 

Nachdem der Erhabene den Flechtenasketen Keniya mit diesem Vers ange­sprochen hatte, stand er auf und ging fort. (8) //35//

 

 Nachdem der Erhabene, solange es ihm gefiel, in Āpana geweilt hatte, brach er zu einer Reise nach Kusināra auf mit einem großen Mönchssangha, mit 1250 Mönchen. Da hörten die Mallā von Kusināra: Der Erhabene, so sagt man, kam nach Kusināra mit einem großen Mönchssangha, mit 1250 Mönchen. Jene trafen eine Überein­kunft: Wer dem Erhabenen nicht entgegengehen wird, er­hält 500 (Geldstücke) Strafe. Zu jener Zeit war der Mallā Rojo der Freund des ehr­würdigen Ānanda. Dann kam der Erhabene nach und nach wan­dernd in Kusināra an. (1)

 

 Da kamen die Mallā aus Kusināra dem Erhabenen entgegen. Es kam der Mallā Rojo, nachdem er dem Erhabenen entgegen gegangen war, zum ehr­würdigen Ānanda. Dort stand er beiseite, nachdem er den ehr­würdigen Ānanda verehrt hatte. Beiseite stehend sagte dem Mallā Rojo der ehrwürdi­ge Ānanda folgendes: "Großartig ist es, Bruder Rojo, wie du dem Erhabenen entgegengingst." - "Nicht bin ich, verehrungswürdiger Ānanda, angetan vom Erwach­ten, der Lehre, dem Sangha, vielmehr ist von Verwandten die Abma­chung getrof­fen worden: Wer dem Erhabenen nicht entgegen­gehen wird, er­hält 500 (Geldstücke) Stra­fe. Nur aus Furcht vor der Strafe der Verwand­ten, verehrungswürdiger Ānanda, ging ich dem Erhabenen entgegen." Das mißfiel dem ehrwürdigen Ānanda: Wie kann der Mallā Rojo so etwas sagen. (2)

 

 Da ging der ehrwürdige Ānanda zum Erhabenen. Dort, nachdem er den Erhabenen verehrt hatte, setzte er sich beiseite nie­der. Beiseite sitzend sagte der ehrwürdige Ānanda dem Erhabe­nen folgendes: "Hier ist der Mallā Rojo, ein sehr bekannter, berühmter Mann. Von großer Wirkung (wäre es,) wenn ein derart bekannter Mann dieser Lehre und Zucht ver­traut. Gut wäre es, Verehrungs­würdiger, wenn der Erhabene derartiges tun würde, daß der Mallā Rojo in dieser Lehre und Zucht Vertrauen findet." - "Nicht schwierig ist es, für den Vollendeten (etwas zu tun,) wodurch der Mallā Rojo in die­ser Lehre und Zucht Vertrauen finden würde." (3)

 

 Dann ist der Erhabene, nachdem er zu dem Mallā Rojo den Geist der lie­benden Güte ausgestrahlt hatte, vom Sitz aufgestanden und in die Behau­sung eingetre­ten. Als der Mallā Rojo vom Geist der liebenden Güte des Er­habenen berührt wurde, hat er wie ein Kalb das zur Kuh (läuft), nachdem er von Behausung zu Behausung, von Mönchsklause zu Mönchs­klause ge­gangen ist, die Mönche be­fragt: "Wo weilt jetzt, Verehrungswürdige, der Erhabe­ne, Hei­lige, vollkommen Er­wachte? Ich wünsche nämlich den Erhabe­nen, Heiligen, voll­kommen Erwachten zu sehen." - "Dies ist die Behausung, Bruder Rojo, wo die Tür ge­schlos­sen, daher gehe leise (zu ihr), nachdem du in den Windfang eingetreten bist, ohne ihn ganz zu überqueren, dich ge­räuspert hast, gegen das Schloß geklopft hast, wird dir der Erhabene die Tür öffnen." (4)

 

 Dann ging der Mallā Rojo leise zur geschlossenen Tür. Nachdem er in den Windfang eingetreten war, ohne ihn ganz zu überque­ren, sich geräuspert hatte, gegen das Schloß geklopft hatte, öffnete ihm der Erhabene die Tür. Da hat der Mallā Rojo, nachdem er eingetreten war, den Erhabenen verehrt hatte, sich beiseite niedergesetzt. Beiseite sitzend hielt der Erhabene dem Mallā Rojo eine einführende Rede in folgender Weise: Er sprach über das Geben, die Sitt­lichkeit, den Himmel, das Elend, die Nich­tigkeit und die Ver­derbt­heit der Sinnesgenüsse, die Vor­teile des Verzichtes. Als der Erhabene wußte, daß der Kaufmann und Hausherr in der Gemütsverfassung zugäng­lich, sanft, un­voreinge­nom­men, froh, hell war, da hat er dies verkündigt, nämlich die zusammen­gefaßte Lehre der Buddhas, nämlich vom Leid, seiner Entstehung, seiner Überwindung, den Weg dazu.  Genauso, wie ein sauberer fleckenloser Stoff gut Farbe annehmen würde, so ging dem Kaufmann und Hausherrn dort auf dem Sitz das reine klare Auge der Wahrheit auf: Wenn irgend etwas als seine Eigen­schaft das Entstehen hat, alles das hat als eine Eigenschaft das Vergehen. ­Dann sagte der Mallā Rojo, nachdem er die Wahr­heit gesehen, die Wahr­heit erlangt, die Wahrheit ver­standen, die Wahrheit durchdrun­gen, den Zweifel überwunden, die Ungewißheit besei­tigt, die voll­kom­mene Zuver­sicht aus eigener Kraft in der Lehre erlangt hatte, folgen­des: "Gut wäre es, Ver­ehrungswürdiger, wenn die Herren nur von mir an­nehmen würden: Robe, Almosen­speise, Unterkunft, für die Kranken Medizin, nicht von anderen." - "Bei denen, Rojo, die die Lehre verstanden haben, die wie Übende wissen, wie Übende sehen, denen kommt wie dir, fol­gender Ge­danke: Oh, würden die Herren nur von mir annehmen: Robe, Almo­sen­speise, Un­ter­kunft, für die Kranken Medizin, nicht von ande­ren. Da­her, Rojo, wer­den (sie) sowohl von dir als auch von anderen anneh­men." (5)

 

 Zu jener Zeit war die Reihenfolge für (das Geben) vorzüglichen Essens fest­gelegt. Als der Mallā Rojo nicht an der Reihe war, kam ihm folgender Ge­danke: Wenn ich jetzt in die Speise­halle schauen würde? Was ich an Essen nicht sehe, das werde ich vor­bereiten. Als der Mallā Rojo in die Speisehalle schau­te, sah er zwei (Sachen) nicht, Gemüse und Mehl­speisen. Da ging der Mallā Rojo zum ehrwürdigen Ānanda. Dort sagte er dem ehrwürdi­gen Ānanda folgendes: "Als ich, verehrungswürdiger Ānanda, nicht an der Reihe war, kam mir folgender Gedanke: Wenn ich jetzt in die Speise­halle schauen würde? Was ich an Es­sen nicht sehe, das werde ich vorbereiten. Wenn ich, verehrungswürdiger Ānanda, Gemüse und Mehlspeisen vorbereiten würde, würde dies der Erhabene annehmen?" - "Darüber, Rojo, befrage ich den Er­ha­benen." (6)

 

 Dann erzählte der ehrwürdige Ānanda dem Erhabenen den Sach­verhalt. "Möge (er), Ānanda, vorbereiten." - "Bereite vor, Ro­jo." Da hat der Mallā Rojo, als die Nacht ver­gangen war, nachdem er viel Gemüse und Mehlspeisen vor­bereitet hatte, dem Erhabenen angeboten: "Annehmen möge der vereh­rungswürdige Erha­bene Gemüse und Mehlspeisen." - "Gib das auch den Mön­chen." Die zweifeln­den Mönche nahmen nicht an. "Nehmt an, ihr Mönche, und eßt." (7)

 

 Dann, nachdem der Mallā Rojo den Mönchssangha mit dem Erwach­ten an der Spitze ei­genhändig mit vielem Gemüse und Mehlspei­sen bedient und versorgt hatte, als der Erhabe­ne die Hände gewa­schen hatte und von der Almosen­schale zurückgezo­gen hatte, setzte er sich bei­seite nieder. Dem beiseite sitzenden Mallā Rojo hat der Erhabene durch ein Lehr­gespräch veran­laßt zu ver­stehen, aufzu­nehmen, davon motiviert zu sein, sich daran zu erfreu­en. Dann ist der Erhabene, nachdem er den Mallā Rojo durch eine Lehrrede veranlaßt hatte zu ver­stehen, aufzuneh­men, da­von moti­viert zu sein, sich dar­an zu erfreuen, vom Sitz aufgestanden und fortgegangen. Nachdem der Erhabe­ne in diesem Zusammen­hang eine Lehrre­de gehalten hatte, sprach er die Mönche an: "Ich erlaube, ihr Mönche, alle Gemüse und alle Mehlspeisen." (8) //36//

 

 Nachdem der Erhabene, solange es ihm gefiel, in Kusināra geweilt hatte, brach er zu einer Reise nach Ātumā auf mit einem großen Mönchssangha, mit 1250 Mönchen. Zu jener Zeit lebte ein gewisser erst im Alter Ordinierter in Ātumā, eine früherer Friseur, der hatte zwei Jungen mit sanfter Stimme, intelligent, geschickt, bei eigenen Lehrern vollständig in der Friseurkunst ausgebildet. (1)

 

 Es hörte der im Alter Ordinierte: Der Erhabene, so sagt man, kam mit ei­nem großem Mönchssangha nach Ātumā, mit 1250 Mönchen. Da sagte der im Alter Ordinierte seinen Jungen folgendes: "Der Erhabene, meine Lieben, so sagt man, ist mit einem großem Mönchssangha nach Ātumā gekommen, mit 1250 Mönchen. Geht, ihr Lieben, nachdem ihr das Friseurwerkzeug genommen habt, mit einem Sammel­becher von Haus zu Haus und sam­melt Salz, Öl, Reis, feste Speise. Wenn der Erhabene kommen wird, werden wir Reis­schleim ma­chen." (2)

 

 "So sei es, mein Lieber." Nachdem jene Jungen dem im Alter Ordinierten das geantwortet hatten, mit einem Sammel­becher von Haus zu Haus gegan­gen waren, sammelten sie Salz, Öl, Reis und feste Speise. Nachdem die Men­schen die intelligenten Kinder mit der sanften Stimme gesehen hatten, lie­ßen sie das machen, was sie nicht wünschten machen zu lassen (nämlich sich frisie­ren zu lassen), danach gaben sie viel. Da haben jene Kinder viel Salz, Öl, Reis und feste Speise gesammelt. (3)

 

 Dann kam der Erhabene nach und nach reisend in Ātumā an. Dort weilte der Erhabene in Ātumā in Bhūsāgāre. Dann hat der im Alter Ordinierte, als jene Nacht vorüber, war viel Reisschleim vorbereitet, brachte ihn zum Erha­benen: "Annehmen möge der Verehrungswürdige Erhabene Reisschleim." Wissend fragen die Vollendeten, wissend fra­gen sie nicht, die (rechte) Zeit wis­send fragen sie, die (rechte) Zeit wissend fragen sie nicht, mit Bedacht fragen Vollendete, nicht ohne Bedacht, Unbedachtes tun Vollendete nicht. In zwei Weisen be­fragt der Erwachte, der Erhabene die Mönche, um die Lehre zu ver­künden oder den Schü­lern Regeln zu geben. Dann sagte der Erhabe­ne dem im Alter Ordinierten folgendes: "Woher, Mönch, ist dieser Reis­schleim?" Da erzählte der im Alter Ordinierte dem Erhabe­nen den Sachver­halt. (4)

 

 Da tadelte der Erwachte, Erhabene: "Unpassend ist es, törich­ter Mensch, ungeeignet, unan­gemessen, nicht asketenwür­dig, nicht erlaubt, nicht zu tun. Wie kannst, du, du törichter Mensch, andere veranlas­sen, Unerlaubtes zu tun. Nicht ist das, törichter Mensch, um die Unzu­friedenen zufrieden zu stel­len." Nachdem er getadelt hatte und eine Lehrrede gehalten hatte, sprach er die Mönche an: "Nicht soll durch einen Ordi­nierten veranlaßt werden, Unerlaubtes zu tun. Wer so ver­anlas­sen würde, begeht ein dukkata Vergehen. Einer, der vorher Fri­seur war, soll kein Friseurwerkzeug benut­zen. Wer so benutzen würde, begeht ein dukkata Vergehen. (5) //37//

 

 Nachdem der Erhabene, solange es ihm gefiel, in Ātumā geweilt hatte, brach er zu einer Reise nach Sāvatthi auf. Allmählich wandernd kam er in Sāvatt­hi an. Dort weilte er in Sāvatthi im Jeta Hain des Anāthapindika. Zu jener Zeit gab es in Sāvatthi viele Früchte als feste Spei­se. Da kam den Mön­chen fol­gender Gedanke: Ob der Erhabene Früchte als feste Spei­se erlaubt hat oder nicht erlaubt hat? Dem Erhabe­nen er­zählten sie diesen Sachverhalt. "Ich erlaube alle Früchte als feste Speise." (1) //38//

 

 Zu jener Zeit wuchsen dem Sangha gehörende Samen in Erde, die Privatleu­ten gehörte; und Privatleuten gehörende Samen in Er­de, die dem Sangha gehörte. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sachverhalt. "Bei den dem Sangha gehören­den Samen, die in der Erde von Privatleuten wuchsen, soll man, nachdem man einen Teil abgegeben hat, genie­ßen. Bei den, den Privatleuten gehören­den Samen, die in der Erde vom Sangha wuchsen, soll man, nachdem man einen Teil abgege­ben hat, genie­ßen." (1) //39//

 

 Zu jener Zeit kam den Mönchen in irgendeinem Fall Zweifel auf: Was hat der Erhabene erlaubt, was hat er nicht erlaubt. Dem Erhabenen erzählten sie diesen Sachverhalt. "Was ich mit: "nicht erlaubt" nicht abgelehnt habe, wenn das zum Nichterlaubten paßt, dem Erlaubten entgegengeht, das ist nicht erlaubt." Was ich mit: "nicht erlaubt" nicht abgelehnt habe, wenn das zum Erlaubten paßt, dem Unerlaubten entgegensteht, das ist erlaubt. Was ich nicht mit: "ist erlaubt", erlaubt habe, wenn das zum Nichterlaubten paßt, dem Erlaub­ten entge­gen­geht, das ist nicht erlaubt. Was ich nicht mit: "ist erlaubt", erlaubt habe, wenn das zum Erlaubten paßt, dem Uner­laubten ent­gegensteht, das ist erlaubt." (1)

 

 Da kam den Mönchen folgender Gedanke: Ist es erlaubt, (Essen), das für einen Tag und eine Nacht (erlaubt ist) zusammen mit Essen, das für eine bestimmte Zeit (z.B. bis Mittag) erlaubt ist, (zu essen), oder ist es nicht erlaubt?

 

Wiederholung:

... das für sieben Tage erlaubt ist ...  für eine bestimmte Zeit

... das für das ganze Leben  ... für eine bestimmte Zeit

... das für sieben Tage erlaubt ist ... für einen Tag

... das für das ganze Leben erlaubt ist ... für einen Tag

... das für das ganze Leben erlaubt ist ... für sieben Tage (2)

 

 "Ihr Mönche, für einen Tag erlaubtes Essen und für bestimmte Zeit erlaubtes Essen ist, an jenem Tag angenom­men zur rechten Zeit (gegessen z.B. am Vormit­tag) erlaubt, zur un­rechten Zeit (ge­gessen) nicht erlaubt."

"Ihr Mönche, für sieben Tage erlaubtes Essen und für bestimmte Zeit erlaubtes Essen ist, an jenem Tag angenommen zur rechten Zeit (gegessen) erlaubt, zur unrech­ten Zeit (ge­gessen) nicht erlaubt."

"Ihr Mönche, für das ganze Leben erlaubtes Essen und für bestimmte Zeit er­laubtes Essen ist, an jenem Tag an­genommen zur rechten Zeit (gegessen) erlaubt, zur unrechten Zeit (ge­gessen) nicht erlaubt."

"Ihr Mönche, für sieben Tage erlaubtes Essen und für einen Tag erlaubtes Essen ist, an jenem Tag (gegessen) erlaubt; ist jener Tag (und die Nacht) über­schrit­ten, ist es nicht er­laubt."

"Ihr Mönche, für das ganze Leben erlaubtes Essen und für einen Tag erlaubtes Essen ist, an jenem Tag (gegessen) erlaubt; ist jener Tag (und die Nacht) überschritten, ist es nicht er­laubt."

"Ihr Mönche, für das ganze Leben erlaubtes Es­sen und für sieben Tag erlaubtes Essen ist, an jenen Tagen (gegessen) erlaubt; sind jene sieben Tage über­schrit­ten, ist es nicht er­laubt." (3) //40//

 

Das Medizinkapitel, das sechste.

 

In diesem Kapitel sind einhundertsechs Sachverhalte. Hier ist die Aufzäh­lung:

 

Im Herbst, auch zur Unzeit, Talg, Wurzeln, auch mit Mehl, Zu­sammenziehen­des, Blätter, Frucht, Harz, Salz, auch Dung, Pu­der, Pudersieb und Fleisch, Salbe, Salbe mit Puder, Salbenge­fäß, verschiedenartige Deckel, Salbenstäb­chen, Kästen für Sal­benstäbchen, Tasche, Tragriemen, Faden, Öl auf dem Kopf, für die Nase, Einträufelinstrument für die Nase, und Rauch, Pfei­fe, Deckel, Beutel, gekochtes Öl, und Alkohol, zuviel gemachte Salbe zum Ein­reiben, Behälter, Schwitzbad, Kräuter, großes Dampfbad (Sauna), Faß mit heißem Wasser, Blut, Horn, die Füße aufgerissen, Fuß, Messer, blutstillendes Wasser, Sesampaste, Kompresse, Stoff, Senfpuder, mit Rauch behandeln, Wundöl, Lei­nen­verband, auch unge­wöhnliche Dinge, angenommen, Exkremen­te, tuend, auch umgepflügte Erde, reine Lauge, Kuhurin mit Heil­früchten, (Paste mit) Geruch, und Abführmittel, klare, natür­lich und zube­reitet natür­lich, Fleischbrühe, Berghang, Tempel­gehilfe, für 7 Tage, Zucker, Mungoboh­nen, auch Haferschleim, selbst gekocht, nochmal, nochmals erlaubt, in der Hun­gersnot, auch Frucht, Sesam und feste Speise, vorher Essen, Fieber, ent­fernt, Fistel, Klistier, auch Suppe, sogar Menschenfleisch, Elefant, Pferde, Hund, Schlange, Löwe, Tiger, Leopard, Bären und Hyänenfleisch, an der Reihe, Reisschleim, ein gewisser junger, Zucker, Sunidha-Herberge, auch Ambapāli, die Licchavī, Gangā, Koti, Wahrheitsrede, für einen gemachtes (Fleisch), nochmals abge­lehnt, bei viel vorhandenem Essen, Wolke, Yasoja, Mendaka, auch Proviant von Kuhprodukten, Keniya, Mango, Rosen­apfel, Pla­tainbanane, Bananensaft, Honig­wasser, Traubensaft, Lotoswurzelsaft, Phārusakāsaft, Gemüse und Mehlspeise, der Friseur aus Ātumā, in Sāvatthi, Frucht und Samen, in welchem Fall, die Zeiten.


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